
Grenzverläufe analysieren und visualisieren
Wussten Sie, dass moderne Lösungen der Landesvermessung bis zu 95 % der Gebäudegrenzen automatisch identifizieren können? Das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung (LGLN) setzt hierbei auf eine bahnbrechende Technologie: Seit über vier Jahren entwickelt es ein System, das mithilfe von künstlicher Intelligenz präzise Grenzverläufe in Luftbildern erkennt – schneller als je zuvor.
Diese Innovation revolutioniert die Arbeit von Behörden. Durch die Kombination von hochauflösenden TrueDOPs und ALKIS-Daten lernt das System, selbst komplexe Gebäudestrukturen zu interpretieren. Was früher Wochen dauerte, geschieht heute in Echtzeit – eine Schlüsseltechnologie für digitale Verwaltungsprozesse.
Von ersten Prototypen bis zur produktiven Anwendung zeigt sich: Moderne IT-Infrastrukturen wie Cloud-Computing machen solche Lösungen skalierbar. Für Sie bedeutet das konkret: präzise Planungsgrundlagen, reduzierte Fehlerquoten und effizientere Genehmigungsverfahren.
Schlüsselerkenntnisse
- Automatisierte Grenzerkennung spart bis zu 80 % manuellen Aufwand
- TrueDOP-Daten ermöglichen millimetergenaue Auswertungen
- Cloud-basierte Systeme beschleunigen Analyseprozesse um das 20-Fache
- ALKIS-Datensätze bilden die Grundlage für lernfähige Algorithmen
- 4 Jahre Entwicklungsarbeit garantieren ausgereifte Funktionen
Einführung in die Case Study

Wie können Behörden veraltete Prozesse in moderne Lösungen verwandeln? Das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) zeigt es: In Kooperation mit IBM und weiteren Partnern entstand eine künstlicher Intelligenz-Anwendung, die Gebäudeveränderungen sekundenschnell erfasst. Dieser Ansatz kombiniert Luftbildanalysen mit ALKIS-Daten – ein Meilenstein für die digitale Verwaltung.
Hintergrund und Motivation
Die Landesvermessung Niedersachsen stand vor einer Herausforderung: Manuelle Auswertungen von Katasterdaten benötigten Wochen. Durch den Einsatz lernfähiger Systeme entstand eine Lösung, die nicht nur schneller arbeitet, sondern auch Informationen mit bisher unerreichter Präzision liefert. Cloud-basierte Technologien ermöglichen hier die Verarbeitung riesiger Datenmengen – ein Schlüssel für zukunftsfähige Verwaltungsprozesse.
Ziele und Nutzen der KI-Anwendung
Zentrales Ziel: Eine Reduktion manueller Arbeit um bis zu 75% bei gleichzeitiger Steigerung der Qualität. Die Anwendung erkennt selbst minimale Veränderungen an Gebäuden und aktualisiert Katasterdaten in Echtzeit. Dies schafft neue Möglichkeiten für Bauämter und Planungsabteilungen – von beschleunigten Genehmigungsverfahren bis zur präventiven Flächennutzungsanalyse.
Durch die Kombination von Deep-Learning-Modellen und hochauflösenden Geodaten entsteht ein Kreislauf kontinuierlicher Verbesserung. Fachleute der Landesvermessung Niedersachsen überwachen dabei permanent die Ergebnisqualität, während die künstlicher Intelligenz ihr Wissen aus Millionen von Datensätzen speist. So fließen jahrzehntelange Erfahrung und technologische Innovation zusammen.
Technologische Grundlagen und Datengrundlagen

Moderne Technologien formen die Zukunft der Landesvermessung. Im Kern stehen drei Elemente: Hochpräzise Daten, intelligente Algorithmen und leistungsfähige Infrastrukturen. Diese Kombination ermöglicht es, selbst komplexe Gebäudestrukturen millimetergenau zu erfassen – eine Grundlage für zuverlässige Entscheidungen in Planung und Verwaltung.
TrueDOPs meets ALKIS: Die perfekte Symbiose
TrueDOP-Luftbilder liefern dreidimensionale Daten mit 5 cm Auflösung. Kombiniert mit ALKIS-Katasterinformationen entsteht ein Trainingsset, das Veränderungen an Dachformen oder Grundstücksgrenzen präzise abbildet. Diese Fusion schafft die Basis für lernfähige Systeme – ein Quantensprung gegenüber manuellen Methoden.
| Datenquelle | Auflösung | Update-Zyklus | Hauptnutzen |
|---|---|---|---|
| TrueDOPs | 5 cm/pixel | Jährlich | 3D-Modellierung |
| ALKIS | Vektordaten | Echtzeit | Rechtssichere Grenzen |
Architekturen, die lernen
Das Framework „Polygonal Building Extraction“ analysiert Gebäudekonturen durch Frame-Field-Learning. Mit Hilfe von 1,2 Millionen annotierten Bildern erkennt das System selbst minimalste Veränderungen. Die Form von Dächern oder Anbauten wird dabei automatisch klassifiziert – ein Prozess, der früher Wochen dauerte.
Cloud-Power für Echtzeitanalysen
CODE-DE-Clouds mit NVIDIA A100 GPUs beschleunigen Berechnungen um das 50-Fache. Diese Hilfe aus der Cloud macht Systeme skalierbar: Von Einzelgrundstücken bis zu ganzen Landkreisen – die Technologie wächst mit den Anforderungen. Das Landesamt für Geoinformation setzt hier auf Hybridlösungen, die Sicherheit und Performance verbinden.
Durch kontinuierliches Training mit neuen Daten verbessert sich die Genauigkeit monatlich. Fachleute validieren Ergebnisse und geben Hinweise für Optimierungen. So entsteht ein Kreislauf, der Mensch und Maschine intelligent verknüpft – die Grundlage für nächste Innovationen.
Einsatz von KI im Katasterwesen in Niedersachsen

Wie verändert moderne Technologie den Alltag öffentlicher Verwaltungen? Das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung beweist es: Ein bundesweit einzigartiges Projekt analysiert flächendeckend Grundstücksveränderungen. Durch den Abgleich von 3D-Luftbildern mit Katasterdaten entsteht ein lebendiges Abbild der Baulandentwicklung.
Vom Pixel zur Entscheidung
Hochauflösende TrueDOP-Aufnahmen liefern täglich Millionen Bildpunkte. Spezielle Algorithmen vergleichen diese mit den rechtlich verbindlichen ALKIS-Daten. Abweichungen wie neue Carports oder veränderte Dachformen werden automatisch markiert. Behörden erhalten sofort Handlungsempfehlungen – von der Baukontrolle bis zur Grundsteueraktualisierung.
Ein vierstufiger Prozess sichert die Qualität:
- Automatische Vorselektion auffälliger Objekte
- Georeferenzierung mittels GNSS-Daten
- Vergleich mit historischen Geodaten
- Fachliche Freigabe durch Sachbearbeiter*innen
Wachstum ohne Grenzen
Das System bewältigt monatlich 12.000 Bildkacheln – jede entspricht 2 km². Cloud-Architekturen ermöglichen dies durch parallele Rechenprozesse. So entsteht ein digitales Prüfverfahren für Flächennutzungen, das sich auf ganze Regionen skalieren lässt.
Erste Pilotkommunen sparen bereits 60 % Bearbeitungszeit. Gleichzeitig steigt die Datengenauigkeit: Sensoren erfassen selbst 10 cm große Veränderungen. Diese Präzision bildet die Basis für zukünftige Anwendungen – von automatisierten Bebauungsplänen bis zur Klimafolgenanalyse.
Fachkräfte konzentrieren sich nun auf komplexe Fälle. Die Technologie liefert dazu kontextbezogene Geodaten aus vier Jahren Entwicklungsarbeit. Eine Symbiose aus menschlicher Expertise und maschineller Effizienz, die neue Maßstäbe setzt.
Herausforderungen und Optimierungspotenziale

Wie meistern Behörden Hürden bei der Implementierung lernender Systeme? Die Praxis zeigt: Erfolg entsteht durch kluge Kombination von Technologie, Fachwissen und flexiblen Infrastrukturen. Zentrale Bausteine sind hierbei Datenqualität, Teamarbeit und moderne IT-Architekturen.
Datenqualität und Training der KI
Hochwertige Trainingsdaten bilden das Fundament. Fehlerquellen wie veraltete Luftbilder oder falsche Klassifizierungen (z.B. Eisenbahnwaggons als Gebäude) erfordern ständige Kontrollen. Ein automatisiertes Feedback-System korrigiert Fehler in Echtzeit – wichtig für präzise Dachanalysen und Grenzbestimmungen.
| Herausforderung | Lösungsansatz | Erfolgsfaktor |
|---|---|---|
| Uneinheitliche Datenformate | Standardisierte Schnittstellen | +40% Prozesseffizienz |
| Fehlende Metadaten | Automatisches Tagging | 92% Reduktion manueller Arbeit |
| Komplexe Objektklassen | Transfer-Learning | 75% kürzere Trainingszeit |
Kollaboration zwischen Fachexpert*innen und Entwicklern
Interdisziplinäre Teams beschleunigen Innovationen. Geodät*innen liefern Domänen-Wissen, während Entwickler*innen skalierbare Algorithmen erstellen. Wöchentliche Review-Workshops sichern dabei die Praxisrelevanz – ein Erfolgsmodell für den Einsatz intelligenter Systeme.
Integration von Open Source und Hybrid Cloud-Lösungen
Modulare Plattformen kombinieren Open-Source-Tools mit Cloud-Services. Dies ermöglicht:
- Sichere Verarbeitung sensibler Katasterdaten
- Parallele Auswertung großer Bildbestände
- Automatische Skalierung bei Lastspitzen
Ein praxisorientierter Ansatz für Effizienzsteigerung zeigt: Hybridsysteme reduzieren Berechnungszeiten um bis zu 65%. Gleichzeitig steigt die Transparenz durch dokumentierte Workflows – entscheidend für behördliche Anwendungen.
Fazit
Die Zukunft effizienter Verwaltung liegt in der intelligenten Nutzung von Geodaten. Die Fallstudie des Geoinformation Landesvermessung Niedersachsen zeigt: Automatisierte Systeme reduzieren manuelle Arbeit um bis zu 80 % bei gleichzeitiger Präzisionssteigerung. Cloud-Lösungen beschleunigen Analysen, während interdisziplinäre Teams kontinuierlich Optimierungen vorantreiben.
Aktuelle und qualitativ hochwertige Daten bilden die Grundlage für zuverlässige Entscheidungen – ein entscheidender Schritt in der Entwicklung digitaler Services. Das erfolgreiche Projekt dient bereits als Modell für andere Regionen, wie der Regionenworkshop Essen verdeutlicht.
Zukünftige Anwendungen reichen von automatisierten Lage-Analysen bis zur vorausschauenden Flächenplanung. Mit Tools wie dem digitalen Flächenrechner entstehen völlig neue Möglichkeiten für Standortbewertungen und Ressourcenmanagement.
Nutzen Sie diese Chancen aktiv! Die Geoinformation Landesvermessung Niedersachsen beweist: Durch die Kombination von Fachwissen und Technologie entstehen Lösungen, die Verwaltungsprozesse nachhaltig transformieren – ein Leitbild für die nächste Stufe der Entwicklung im öffentlichen Sektor.



